10 Jahre bis zum Höhepunkt

Entlassungsfeier 2004 für die 10. Klassen der Osterrath-Realschule

„10 Jahre bis zum Höhepunkt“ - unter dieses Motto stellte der Abschlussjahrgang 2004 der Osterrath-Realschule seine Abschlussfeierlichkeiten. Nachdem die Entlassschüler einige Tage vor der offiziellen Schulentlassung ihre „alte“ Schule lautstark gestürmt hatten, stimmten sie sich und ihre Gäste am Entlassungstag durch einen fröhlich und ansprechend gestalteten ökumenischen Gottesdienst, in dem u.a. ein Gospelchor aus Paderborn mitwirkte, auf die bevorstehende Verabschiedung von der Schule ein.

Anschließend versammelten sich die Schülerinnen und Schüler der fünf Abschlussklassen mit ihren Eltern und Lehrern zum letzten Mal in der Aula der Realschule und konnten in einer musikalisch umrahmten Feierstunde aus der Hand ihres Schulleiters, Detlef Flaschel, die ersehnten Abschlusszeugnisse entgegennehmen.
Nach einer kurzen Begrüßung übergab der Rektor das Wort an den Schülersprecher Jaime Zimmermann, der an die vergangenen Schuljahre an der ORS erinnerte und dann wehmütig resümierte: „Nun ja, grob gesagt, sechs Jahre Osterrath reichen, aber eigentlich möchten viele hier bleiben.“ Er wertete dies als Zeichen dafür, dass „die ORS dem guten Ruf gerecht“ werde. Anschließend bedankte er sich im Namen der Entlassschüler bei den Lehrern, der Schulleitung und den Eltern für die gute Unterstützung und Hilfe. Die stellv. Bürgermeisterin der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Frau Schiedel, überbrachte die Glückwünsche des Rates und der Verwaltung und freute sich über den fröhlichen und beschwingten Ton der Abschlussfeier. Sie verglich den erworbenen Schulabschluss mit dem Fundament eines Hauses, wünschte allen Schülern, „dass ihr „Lebenshaus kein Haus von der Stange wird, sondern ein Haus wird, in dem jeder seinen persönlichen Stil und seine persönliche Überzeugung verwirklichen kann“ und forderte sie auf, „mit Entdeckungsfreude“ ihre beruflichen Ziele weiter zu verfolgen und ihr Lebenshaus zu vervollständigen.
Der Elternvertreter, Herr Buschmeier, gleichzeitig auch Schulpflegschaftsvorsitzender und Vorsitzender des Fördervereins der ORS, betonte in seiner Rede, dass die Entlassschüler nicht nur rein schulisches Wissen wie den „Satz des Pythagoras“ an der ORS erworben hätten, sondern auch wichtige Fähigkeiten wie „Toleranz im Umgang mit anderen, Teamfähigkeit und Einfühlungsvermögen“. Im Namen der Eltern des Abschlussjahrgangs bedankte er sich bei allen für den Schulbetrieb Verantwortlichen für ihren motivierten Einsatz.
Die Klassenlehrer der Abschlussklassen verabschiedeten sich von ihren „Zöglingen“ auf sehr humorvolle Art und Weise. Sie verglichen ihre Schüler mit Pflanzen und stellten bei ihrem „Gärtnertreffen“ nicht ohne den entsprechenden Gärtnerstolz vor, wie sich ihre kleinen Pflänzchen zu Pflanzen entwickelt haben, dank ihres grünen Daumens.
Nach ihrem Auftritt blieben die Klassenlehrer gleich auf der Bühne, um mit der Lehrerband der ORS “Bildungshunger“ die Abschlussschüler mit einem selbst getexteten Lied nach einer bekannten Melodie zu ehren, und ernteten dafür tosenden Applaus.
Das letzte Wort gebührte dem Schulleiter Herrn Flaschel. Er ging zunächst mit allen Anwesenden auf eine kleine Zeitreise und erinnerte die jetzigen Entlassschüler daran, dass er bei ihrer Einschulungsfeier an der ORS die damals vor ihnen liegenden sechs Jahre Realschule mit einem hohen Berg verglichen hatte, verbunden mit der Frage aus Schülersicht: “Dort soll ich hinauf? Wie soll ich das nur schaffen?“ Dass die Entlassschüler diesen Berg erklommen haben, sprich einen wichtigen Höhepunkt auf ihrem Lebensweg erreicht haben und zwar mit Bravour, daran ließ der Rektor keinen Zweifel aufkommen. „Ihr seid ein ganz besonderer Jahrgang“, lobte er die Schüler und verwies darauf, dass 63 von 128 Entlassschülern mit dem Realschulabschluss den Qualifikationsvermerk, der zum Besuch der gymnasialen Oberstufe berechtigt, erhalten. Mit 49 Prozent ist dies der höchste Wert der vergangenen 10 Jahre.
31 Schülerinnen und Schüler werden die Oberstufe eines Gymnasiums besuchen, 38 eine Berufsfachschule. 59 Schülerinnen und Schüler werden eine Ausbildung in Handwerk, Industrie, Handel oder Verwaltung beginnen. Kein Schüler verlässt die Osterrath-Realschule ohne einen Schul- oder Ausbildungsplatz. „Auch das ist ein toller Erfolg für euch und für die Osterrath-Realschule“, freute sich der Schulleiter voller Stolz. Zum Schluss seiner Rede gab der Rektor seinen Schülern das Gedicht „Die Linie des Lebens“ von Friedensreich Hundertwasser mit auf den Weg und schlug schließlich die Brücke zum Motto des Gottesdienstes „Lebe deine Träume“: „Seid hellwach und lebt eure Träume, steht für sie ein und kämpft mit aller Kraft, sie zu verwirklichen.“

Und dann gab es endlich die ersehnten Abschlusszeugnisse und die Auszeichnung der besten Schüler jeder Klasse. Nils Schade, Rene Gödde, Vanessa Jönzen, Stefan Junker, Katharina Stickling und Kerstin Wrede wurden als Beste des Jahrgangs mit einem Buchpräsent, gestiftet vom Förderverein der Schule, ausgezeichnet. Die Lehrerschaft erhielt von den Schülern zum Abschied rote, gasgefüllte Herz-Ballons. Für den musikalischen Rahmen sorgten die Schulband unter der Leitung des Konrektors Werner Birkenhake und Svenja Euler und Benedikt Diederich am Flügel.

Der letzte Höhepunkt des Entlassungstags war der Abschlussball im Reethus. Mit perfekter Organisation hatte das Elternteam unter der Leitung von Sabine Huneke ein rauschendes Fest vorbereitet. Bis morgens um vier Uhr wurde kräftig gefeiert und getanzt. Zum Abschluss gab es dann viele Abschiedstränen, aber auch das Versprechen, sich bald zum ersten Ehemaligentreffen wiederzusehen.