ORS bezieht als „Schule gegen Rassismus“ mit ihrem Paten Sven-Georg Adenauer klar Position

Am vergangen Donnerstag erhielt die ORS in einer Feierstunde  ihre Zertifizierung als „Schule gegen Rassismus – Schule mit Courage“. Im Vorfeld hatten 20 Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 8 – 10 im Laufe der Projekttage „Offen – Respektvoll – Stark“ 78% der Unterschriften aller ORSler gesammelt. Dies war die erste Voraussetzung, um sich für eine Aufnahme in das Netzwerk „Schule ohne Ras-sismus – Schule mit Courage“ zu bewerben. Dieses Netzwerk wurde durch den Verein „Aktion Courage“ 1992 als Antwort auf den wachsenden gewalttätigen Rassismus  in Deutschland ins Le-ben gerufen. Seitdem bemüht sich das Netzwerk, das aus Bürgerinitiativen, Menschenrechtsgrup-pen und Einzelpersonen besteht, besonders Schulen für den oft versteckten Rassismus zu sensi-bilisieren.

Die zweite Bedingung für die Aufnahme im Netzwerk war die Patenschaft eines selbst gewählten Paten. Die Projektgruppe entschied, verschiedene Personen aus dem Show-, Musik- und Politikbereich anzufragen und erhielt nach nur einem Tag die Zusage des Landrats Sven-Georg Adenauer. Die Freude über so einen prominenten Paten wuchs noch, als er auch noch ei-ner Teilnahme der Siegelverleihung zusagte!

Das verliehene Siegel ist ein Schülersiegel und somit wird es – unterstützt von Lehrerinnen und Lehrern – durch die Schüler selbst getragen. Als Ansprechpartner stellen sich für die nächsten Jahre vier Schülerinnen (Chiara Kilic, Emel Altay, Jule Milchers und Selin Kurti) zu Verfügung.
Die Osterrathler verpflichtet sich ab jetzt, das Thema „Kampf gegen den Rassismus“ in den Alltag zu integrieren. So entwickelten sie im Laufe der Projekttage verschiedene Ideen für Aktionen. Zum Beispiel wollen sie einmal im Jahr im Kreis der versammelten Schülerschaft, Luftballons mit den Flaggen aller Nationen, die an der Schule vertreten sind, steigen lassen oder aber einen Tag als „Essen der Kulturen“ veranstalten, bei dem jeder etwas Landestypisches zu essen mitbringt.
Mit den Lehrerinnen und Lehrern soll das Thema in vielen Bereichen mit in den Unterricht aufge-nommen werden, beispielsweise im Sozialwissenschaftsunterricht durch die jährliche Beteiligung am „Protestbriefmarathon gegen Menschenrechtsverletzungen“ von Amnesty International (siehe Bericht auf der Homepage) oder durch das Lesen von Lektüren mit entsprechender Thematik im Deutschunterricht.

So wurde der große Tag der Verleihung durch die vier Mädchen und die verantwortlichen Lehre-rinnen Ruth Lütkewitte und Julia Weyrowitz akribisch geplant und sie konnten letztendlich eine ansehnliche Gästeliste vorweisen. Neben dem Landrat sagten der stellvertretende Bürgermeister Herr Flaskamp, Herr Michaelis als Integrationsbeauftragter der Stadt Rheda-Wiedenbrück, Frau S als stellvertretende Schulpflegschaftsvorsitzende Frau Kappelhoff und Herr Özel als Integrations-beauftragter des Kreises und Verantwortlicher für die Siegelverleihung ihr Kommen zu.

Die Feierstunde begann am Donnerstagmorgen mit dem bekannten ORS-Song, vorgetragen durch die Klasse 6c unter de Leitung von Frau Michaelis, anschließend sprachen der Direktor Herr Fla-schel und Herr Flaskamp als stellvertretender Bürgermeister einige einleitende Grußworte, in de-nen sowohl auf die traurige Aktualität, aber auch auf die große Kompetenz und das hohe Engage-ment der Schülerschaft im Umgang mit dem Thema eingegangen wurde. Nicht ohne Stolz wurde darauf hingewiesen, dass die Osterrath - wieder einmal als erste Schule im Stadtgebiet - diese Auszeichnung erhält.
Lebendig wurde es dann durch ein kleines Rollenspiel der drei Schülerinnen Chiara, Emel, Jule und Selin. Sie stellen eine Unterhaltung zwischen Schüler über die Projekttage und die Aufnahme im Netzwerk SoRSmC  dar und erzählten über die zukünftig geplanten Aktionen, wie ein „Essen der Kulturen“ und ihre eigenen Schwierigkeiten „Rassismus“ als „Rassismus“ zu erkennen. So meinte Chiara zum Schluss zu ihren Mitschülerinnen: „Für so eine tolle Aktion habe ich gerne un-terschrieben!“.
Nachdem die Schulband mit dem Titel: „We found love“ von Rihanna für Kurzweil gesorgt hatte, ergriffen die beiden Lehrerinnen Ruth Lütkewitte und Julia Weyrowitz das Wort. Sie gaben einen kurzen Überblick über den Verlauf der Projekttage, das hohe Engagement und Interesse der Pro-jektgruppe und die vielen tollen Ideen der vier verantwortlichen Schülerinnen in den letzten Wo-chen. So hätten auch sie erkannt, dass die angeblich unpolitische Jugend für dieses Thema „brennt“.
Besonders in Hinblick auf die aktuellen politischen Entwicklungen fühle es sich wirklich gut an, sich als Schule klar gegen den Rassismus zu positionieren und so den Dingen nicht untätig zugeschaut zu haben. Verstärkt habe dies natürlich auch das Glück der Zusage Herrn Adenauers als promi-nenten Paten, was die Wichtigkeit des Themas auch in der Öffentlichkeit noch einmal zusätzlich unterstreiche.

Wie wichtig die Bekämpfung gerade des unterschwelligen Rassismus ist, stellte im Anschluss auch Herr Adenauer in seiner Ansprache heraus. Oftmals seien es eben nicht die offensichtlichen Springerstiefel und die zur Schau getragene rechte Gesinnung, sondern die alltägliche, unbewuss-te Unterteilung in Ausländer und Deutsche. Alles Fremde zunächst einmal abzulehnen und als bedrohlich zu empfinden, sei der falsche Weg und er freue sich die Osterrath auf einem anderen Weg zu begleiten und durch seine Prominenz zu unterstreichen.
Dass er nun endlich auch einmal Gast an der Osterrath Realschule sein dürfe, freue ihn besonders und er hoffe, in Zukunft einmal im Jahr zu einer Aktion gegen Rassismus an der Schule erscheinen zu können - erst recht, da sein „Patenkind“ sich in seinem Heimatort befinde.
Am Ende übergab Herr Özel gemeinsam mit dem Landrat den Schülerinnen ein großes Schild mit dem Schulsiegel, das nun – für alle immer sichtbar - in der Eingangshalle einen würdigen Platz findet.

So sieht die Osterrath Realschule sich in der Zukunft gut gewappnet, sich gegen Fremdenfeind-lichkeit, Menschenrechtsverletzungen oder Mobbing zu stellen.
Alle Unterschreiber, wie die Projektgruppe, die restlichen Schüler und Schülerinnen, die Lehrer und Lehrerinnen, die Verwaltung und das Direktorium, die Reinigungskräfte und  das Hausmeister-team stellen sie deutlich gegen Rassismus auf und hoffen somit auch Vorbild für andere zu sein!