Kommentar von Polizeihauptkommissarin Ellen Haase 

4 Fahrradstürze in einer Woche - Dank Helmen alle glimpflich ausgegangen

Er ist schon Tradition an der Osterrath-Realschule, der Verkehrserziehungstag mit den 5. Klassen zu Anfang des Schuljahres - so auch diesem Jahr Ende August 2006.

Wie wichtig die Botschaft zum Helmtragen allerdings in der alltäglichen Praxis wirklich ist, das haben einige Schüler der Klasse 5d innerhalb einer einzigen Woche am eigenen Leibe erfahren: In einer einzigen Woche stürzten unabhängig voneinander gleich 4 Schüler mit ihren Rädern und alle kamen dank ihrer getragenen Fahrradhelme ohne Kopfverletzungen davon.

Alle Helme der Jungen wiesen Brüche, Stauchungen und starke Eindruckspuren auf und haben sehr viel Sturzenergien aufgenommen.

Da es trotz langjähriger Mahnungen immer noch Eltern gibt, die nicht einsehen, wofür ihre Sprösslinge auch auf kurzen Strecken Helm tragen sollen, hier eine Auflistung der von den Schülern geschilderten Sturzgeschichten:

Der Schüler Daniel war auf dem Weg zu einem Freund, als er plötzlich von hinten von jemandem gerufen wurde. Er drehte sich um und wenig später versuchte er wieder nach vorne zu blicken. Nach ca. 50 m sei er dennoch gestürzt und hinten links auf den Hinterkopf gefallen, wo sein Helm stark gestaucht und mehrere Zentimeter weit eingerissen ist. Der Junge kam mit Prellungen davon.

Der Schüler Lennard rutschte mit seinen Turnschuhen von einer nassen Pedale ab, strauchelte und stürzte auf dem Schulweg. Sein Helm hat einen tieferen Eindruck im Styropor hinter dem Ohr. Lennard kam ebenfalls mit Prellungen davon.

Der Schüler Matthias erklärte, er sei übe den Kirchplatz gefahren und auf Moos ausgerutscht. Dabei sei sein Hinterrad weggerutscht und er sei mit dem Kopf gegen eine Mauer geprallt. Sein Helm soll dabei durchgebrochen sein.

Der Schüler Mark schilderte, hinter ihm habe ein Autofahrer gehupt. Als er versucht habe, zur Seite wegzukommen, sei er an eine Bordsteinkante geraten, abgeprallt und mit dem Kopf auf die Bordsteinkante geflogen. Bei dem Sturz sei noch das Fahrrad auf ihn gefallen, wobei ihm das Lenkerhörnchen in den rechen Oberschenkel geschlagen sei (Er zeigte der Klasse einen tief-dunkelblaues Hämatom am Oberschenkel).

Für mich sind die geschilderten Stürze keine Einzelfälle. Die Beispiele machen deutlich, wie schnell und ungewöhnlich man als Radfahrer auf dem Kopf landen können. Da alle Helme der Schüler bei der Verkehrserziehungsaktion in der Schule auch richtig eingestellt wurden, kamen tatsächlich alle Schüler ohne Kopfverletzungen davon. Da der Verkehrssicherheitstag mit den Filmen über die echten Unfallopfer ohne Helm (Gavin und Beate) den Schülern sehr nahe gegangen war, hatte die Klasse Briefe an die Familie von Gavin geschrieben, die mir zur Weiterleitung an Gavins Eltern überreicht wurden.

Ob die Häufung der Fahrradstürze allerdings Zufall ist oder für ein teilweise unvorsichtiges Fahren der Schüler spricht, kann nachträglich niemand beurteilen. Die Klassenlehrerin Frau Klemm und ich sind jedenfalls zusammen mit der Klasse und den Eltern froh, dass keiner der Schüler durch schwere Kopfverletzungen intensivmedizinisch behandelt werden musste, was ohne Helm bei der Schwere der Aufpralle in allen Fällen sonst zu erwarten gewesen wäre.

Ellen Haase, Polizeihauptkommissarin