Zur bisherigen Förderung:

Bis vor einigen Jahren wurde mit allen Schülerinnen und Schülern der 5. Klassen am Anfang des Schuljahres die sogenannte „Hamburger Schreibprobe“ (HSP) durchgeführt. Der jeweilige Deutschlehrer hat diese Schreibprobe korrigiert und die Fehlerzahl ermittelt. Daraufhin haben die Deutschlehrer entschieden, welche Kinder in welche Fördergruppen eingeteilt wurden. Pro Jahrgang (Klasse 5 und 6)  gab es ca. vier Fördergruppen für das Fach Deutsch.

Anhand der HSP wurde festgelegt, welche Schüler eine besondere Förderung bedürfen und jeweils zwei bis drei Schüler pro Klasse wurden daraufhin in eine spezielle LRS – Fördergruppe eingeteilt. In dieser Fördergruppe wurden die Kinder nach dem  Programm von Carola Reuter – Liehr  „Lautgetreue Lese – Rechtschreibförderung“ gefördert.
Jedoch stellte sich bald heraus, dass der individuelle Förderbedarf in den Klassen noch wesentlich größer war und ist und deshalb hat die Fachschaft Deutsch das Förderprogramm aus Münster ( „Münsteraner Rechtschreibanalyse“)  ab dem Schuljahr 2005/ 2006 an der Schule eingeführt, um noch mehr Kinder gezielter fördern zu können.

Was ist die “Münsteraner  Rechtschreibanalyse” (MRA)?

Dieses Konzept bietet die Möglichkeit, Schülerinnen und Schüler mit Schwierigkeiten in der Rechtschreibung individuell zu fördern. Auf der Basis eines Tests, den wir bereits mit allen Klassen durchgeführt haben, erstellt das Programm, das von einem Team der Universität Münster unter der Leitung von Prof. Schönweiss entwickelt wurde, eine sehr genaue Analyse der speziellen Rechtschreibschwierigkeiten jedes einzelnen Schülers. Im Anschluss daran wird ein Förderplan ausgearbeitet. Die Schülerinnen und Schüler erhalten daraufhin individuelles Übungsmaterial, so dass sie gezielt an ihren Schwierigkeiten arbeiten können.

Zur  Förderung an unserer Schule:

Der Vorteil gegenüber anderem Übungsmaterial liegt darin, dass das Material der MRA speziell auf jedes Kind zugeschnitten ist und nicht einfach nur – wie so oft – allgemeine Rechtschreibregeln wiederholt. Die Erfahrung zeigt nämlich, dass Schülerinnen und Schüler zwar Regeln kennen, sie aber nicht immer anwenden (können), weil sie den Fehler gar nicht wahrnehmen. Die Analyse der MRA unterscheidet daher zwischen Wahrnehmungs- und Regelfehlern und beginnt die Förderung zunächst mit den grundlegenden Schwierigkeiten des einzelnen Kindes.
Der Lehrer hat in diesem Förderunterricht die Möglichkeit, den Lernfortschritt einzelner Kinder genauer zu beobachten, Hilfestellungen zu geben und einzelne Ergebnisse mit den Kindern zu besprechen. Eine solche detaillierte und individuelle Förderung ist im herkömmlichen Förderunterricht kaum zu leisten. An unserer Schule wird es in jeder Fördergruppe ca. drei Kleingruppen á fünf Schüler geben, die nach ihrem Förderbedarf eingeteilt und mit speziell dafür ausgearbeitetem Material arbeiten werden. Somit wird das Arbeiten in der Gruppe als auch das selbstständige Arbeiten trainiert. Der Lehrer begleitet die Kinder bei ihren individuellen Lernfortschritten.

Ein Blick in die Zukunft:

Mit diesem Förderkonzept ist es möglich, mehr Schülerinnen und Schüler als bisher individuell zu fördern. Zudem wollen wir die Förderung über die Jahrgangsstufe 6 hinaus weiterführen. Das Programm aus Münster ermöglicht es den Schulen, dass auch in den Jahrgängen 8 und 9 speziell im Bereich „Bewerbung, Lebenslauf und Einstellungstest“ Schüler mit Förderbedarf geschult werden können. Somit könnten  wir unseren Schülern ermöglichen, auch über die Erprobungsstufe hinaus, an Rechtschreibproblemen zu arbeiten und diese sogar zu überwinden. Sobald der Schule mehr Lehrer zur Verfügung stehen, könnte dieses Förderprogramm starten.

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.lernserver.de und http://www.lernserver.de/flyer.pdf

K. Kysselli - Ernst