(Wz) Mit Neugierde, freudiger Erwartung und großer Spannung traf sich am Donnerstag, den 01.11.2007, eine Gruppe der WP-Radsport, um zur Auftaktveranstaltung der 66. Dortmunder 6 -Tage Rennen in die Westfalenhalle nach Dortmund zu fahren. Ermöglicht durch die persönlichen Kontakte unseres Radsporttrainers Henning Tonn zu den Organisatoren der sixdays, fuhren die - mit Freikarten ausgestatteten – Radsportinteressierten pünktlich um 17.15 Uhr von der ORS nach Dortmund (Ein großer Dank noch einmal an Henning Tonn!). In der Westfalenhalle erwartete die Teilnehmer dann ein abwechslungsreiches und buntes Programm aus Sport und Entertainment.

Gestartet wurden die sixdays mit dem 1. Wertungslauf zum Steher-Championat.

Steherrennen sind Bahnrennen, bei denen der Radsportler hinter einem schweren Motorrad im Windschatten fährt. Der Fahrer des Motorrades, hier Schrittmacher genannt, steht auf den Fußrasten der Maschine. Die Fahrer (Steher) sind in keiner Weise mit dem Schrittmacher verbunden. Ihre Fortbewegung erfolgt ausschließlich durch ihre Beinarbeit. Dadurch gehören Steherrennen zu einer der schwersten Leistungssportarten. Der Fahrer versucht dabei möglichst nahe an der Rolle des vor ihm fahrenden Schrittmacher-Motorrades zu bleiben, um möglichst viel Windschatten zu erhalten. Verliert er den engen Kontakt zum Schrittmacher, so kommt der Fahrer "von der Rolle" (http://de.wikipedia.org/wiki/Bahnradsport).

Schlag auf Schlag ging es weiter. Ein Rennen jagte das andere: Mannschaftsrennen (222 Runden), Rundenrekordfahren, Derny-Rennen (66 Runden), Mannschaftsausscheidungsfahren usw.

Ein Derny ist ein leichtes Motorrad, das in verschiedenen Disziplinen des Bahnradsports für Schrittmacherdienste eingesetzt wird.

Konstruiert wurden sie 1904 vom französischen Ingenieur Jean-François Derny. Heutige Dernies sind so konstruiert, dass sich mit ihnen eine Geschwindigkeit von etwa maximal 70 Kilometer pro Stunde erzielen lässt, dies bei ca. 7 PS. Um den nötigen Gleichlauf zu erzielen, muss der Schrittmacher körperlich mitarbeiten, indem er zusätzlich Kraft auf die Tretkurbeln ausübt, die mit starrem Gang mit dem Hinterrad verbunden sind. Der Rennfahrer hat im Windschatten eines Dernys eine Kraftersparnis von 30-40 %. Große Übersetzungen lassen sich "leichter" treten. Daher wird das Derny von vielen professionellen Radsportlern auch gern im Training und zum "Einrollen" eingesetzt (http://de.wikipedia.org/wiki/Derny).

Bestaunt werden konnten so bekannte Fahrer wie Eric Zabel (6-maliger Träger des grünen Trikots bei der Tour de France), Olaf Pollack (1999 Weltmeister, 2000 Olympiasieger im Bahnvierer), der Australier Luke Roberts (Olympiasieger 4000m Mannschaftsverfolgung), oder aber die Schweizer Franco Marvulli und Bruno Risi (2006 Europameister, Silber bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen, Weltmeister 2003 und 2007 im Zweier-Mannschaftsfahren), um nur einige zu nennen.

Die Fahrer beeindruckten insbesondere durch ihr fahrerisches Können und die hohen Geschwindigkeiten, mit denen sie über die Rundbahn jagten. So wurde z.B. beim Rundenrekordfahren von den Spitzenfahrern eine durchschnittliche Geschwindigkeit von ca. 68 km/h erreicht.

Mit vielen Eindrücken versehen und hoch motiviert für die nächsten WP-Radsportstunden, ging es dann um 23.15 Uhr wieder zurück in Richtung Wiedenbrück.

Gespannt sein darf man auf das demnächst ausstehende Zeitfahrduell zwischen Schüler J. und Lehrer K.
J. - wir setzen auf Dich!!!