8er Sozialwissenschaftskurs der Osterrath-Realschule besucht das Amtsgericht in Gütersloh

Am Dienstag, den 25. Januar 2011 besuchte der Sozialwissenschaftskurs der Osterrath-Realschule mit unserer Lehrerin Frau Weyrowitz das Amtsgericht in Rheda-Wiedenbrück. Nachdem sich wir uns in den vergangenen Monaten intensiv mit dem Thema „Recht und Gerichte“ auseinandergesetzt hatten, bekamen wir nun die Möglichkeit unser Wissen in der Praxis zu überprüfen. Nachdem die Eingangskontrolle bestanden war, Taschen, Schülerinnen und Schüler durchleuchtet wurden, durften wir im großen Sitzungssaal drei Strafrechtsverhandlungen beobachten und zwischen den einzelnen Verfahren der Richterin Fragen stellen. War die erste Verhandlung noch sehr trocken, da der Angeklagte nicht erschienen war, wurde es im weiteren Verlauf immer spannender. So hörten alle beim nächsten Angeklagten wie kurz der Weg vom angeblichen Kavaliersdelikt „Schwarzfahren“ bis zum Marihuanaverkauf ist. Betretener als der Angeklagte verfolgten wir die eindringlichen Ermahnungen der Richterin und des Staatsanwaltes an den Angeklagten,  sein zukünftiges Handeln genau zu überdenken und sich in der Drogenberatung Hilfe zu holen. Waren wir uns hier über Schuld oder Unschuld noch ganz einig, so spaltete der letzte Fall den Kurs. Ein junger Mann versuchte zu beweisen, dass nicht er ein von der Polizei überprüftes Auto gefahren war, sondern einer seiner Freunde, der jedoch vom Tatort geflüchtet war. Die Richterin und der Staatsanwalt ließen sich alles genau schildern, harkten immer wieder nach und luden dann die beteiligten Polizisten und Zeugen. Nachdem diese belehrt worden waren, die Wahrheit zu sagen, forderte die Richterin sie nacheinander auf, den Sachverhalt aus ihrem Blickwinkel zu schildern. Zu unserer Freude widersprachen sich die Aussagen aufs Deutlichste und sie verwickelten sich, in für uns lustige, Widersprüche. Besonders der Staatsanwalt fragte beharrlich nach da er bei einem Zeugen sogar eine Falschaussage vermutete. Doch auch das Androhen einer Arrestzelle im Gericht konnte den freund des Angeklagten nicht zu einer anderen Aussage bringen, sodass ein weiterer Verhandlungstermin eingeräumt wurde, um noch einen nicht anwesenden Zeugen zu hören. Zwar waren wir etwas enttäuscht, hier kein Urteil zu hören, doch wurden wir mit einem Besuch der im Keller liegenden Arrestzellen „getröstet“.

Ziemlich erschöpft und voller Eindrücke verließen wir  nach zwei Stunden den Gerichtssaal und hatten eine starken Eindruck von der Atmosphäre, der Strenge des Gesetzes, aber auch der enormen Bürokratie mit Protokollanten, Formularen und Vorladungen bekommen.

Wichtiger aber noch war wohl der Satz einer Schülerin beim Verlassen des Gebäudes, hier doch wohl besser nicht, oder aber nur als Besucher wiederzukommen!